Wer noch mehr erfahren will . . .
Montag, 12. März 2007. . . zum Thema Klimawandel, dem sei hier das Dossier der Tagesschau ans Herz gelegt. Hier ist der Link.
. . . zum Thema Klimawandel, dem sei hier das Dossier der Tagesschau ans Herz gelegt. Hier ist der Link.
Zwei sehr interessante Seiten:
Die erste beschreibt “in Echtzeit” (allerdings mit Daten aus 2005) Geburten, Sterbefälle und — den CO2-Ausstoß aller Länder dieser Erde: www.breathingearth.net
Die zweite beschreibt, “wieviel Natur durch [meinen] Lebensstil verbraucht wird”: www.ecofoot.org
Also Seiten über alles und jeden. Und so eindeutig, dass man sie nicht mal mehr kommentieren muss.
In einem Interview mit Jürgen Trittin stellte der fest, dass die Autoindustrie den Schadstoffausstoß im Griff haben könnte, würde sie ihre Selbstverpfilchtung einlösen. Bis 2008 sollten Werte von 140 g Kohlendioxid-Ausstoß pro Kilometer erreicht werden, bis 2012 120 g.
Diese Werte werden also nicht erreicht. Jetzt kommt die Politik “daher” und fordert die Einhaltung dieser Verpflichtungen oder will aus der Selbstverpflichtung etwas handfesteres machen, wie zum Beispiel über eine Besteuerung der Autos nach ihrem Ausstoß. Dieses Modell einer CO2-Steuer macht natürlich den Autoherstellern mehr Druck. Bisher konnten sie sich immer auf das Kaufverhalten der Kunden herausreden (die nunmal nur größere Autos kaufen wollten), bei einer drohenden höheren Besteurung würde sich dieses Kaufverhalten aber wohl ändern.
In einem Artikel in der Süddeutschen Zeitung (vom 09. Februar 2007) wird Erwin Huber mit seiner Reaktion auf die Forderung nach einer solchen Steuer zitiert: “Premiummarken wie BMW, Audi, Mercedes und Porsche [würden dadurch] kaputt”gemacht.
Kann das denn sein? Könten die Autohersteller nicht auch auf eine solche Entwicklung reagieren? Für gewöhnlich ist die Autoindustrie ja doch recht schnell in ihren Reaktionen auf den Markt. Und immerhin gibt es ja auch die Selbstverpflichtung. Der Wille scheint also da zu sein. Warum setzt man ihn dann nicht durch?
Die Antwort lautete bisher immer: weil die Kunden größere Autos mit mehr Extras (Klimaanlage, Navigationssysteme und solche Dinge) nachgefragt haben, hat man eben solche Autos produziert und nicht die Verringerung des Ausstoßes vorangetrieben.
Dabei wäre es doch so einfach, eine Verknüpfung von verringertem Ausstoß und Premium-Image herzustellen. Die Bio-Marken in den Supermärkten machen das vor: sie sind teurer als die übrigen Lebensmittel, aber die Kunden fragen es nach und kaufen es. Ein umweltschonendes Auto mit einem “Premium-Image” würde aller Wahrscheinlichkeit nach ebenso gerne und gut nachgefragt werden. Aber solche Überlegungen scheinen die Autohersteller nicht anzustellen. Schade eigentlich. Umweltschutz könnte mehr als nur Ehrensache sein, man könnte sogar daran verdienen.
Nachtrag I:
Mittlerweile forderte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee eine Umstellung der KFZ-Steuer: Nicht der Hubraum, sondern der Schadstoff-Ausstoss soll dann Berechnungsgrundlage der Steuer werden.
Und das sind alles einigermassen “olle Kamelle”: selbst der ADAC hat schon so eine Umstellung vorgeschlagen — im Januar 2005.
Nachtrag II:
Und so melden sich die Länder zu Wort: sie stellen sich gegen eine Umstellung wegen möglicher Mindereinnahmen aus der KFZ-Steuer.
Alle Jahre wieder findet ein Klimagipfel statt — und jeder steht noch immer im Schatten des Kyoto-Protokolls. Dabei soll doch schon ein Nachfolger für jenes Protokoll entwickelt werden, dessen Ziele bis 2012 erfüllt seien sollten. Mittlerweile ist man soweit, dass über einen Anpassungsfonds auch ärmeren Ländern die finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt werden sollen, an ihrem CO2-Ausstoss zu arbeiten. Wie der wiederum finanziert werden soll, scheint noch unklar. Der schweizer Bundespräsident hat eine globale CO2-Steuer vorgeschlagen. In diesem Vorschlag wird er von Kofi Annan unterstützt.
Der UN-Generalsekretär hat darüberhinaus klare Worte für den Stand der Dinge gefunden und den politisch verantwortlichen in den westlichen Industrienationen “Versagen und Ignoranz” (s.o.) vorgeworfen. Wobei er natürlich Recht hat, wenn er sagt: “Wenn wir scheitern, dann müssen unsere Kinder dafür zahlen.”
Ob Siegmar Gabriel, der in Nairobi seine Antrittsrede hielt, das in seiner Politik auch beherzt? Der Kommentar dazu im Umweltjournal von Greenpeace ist eher pessimistisch.
Wie man in der Schweiz die Lage beurteilt, zeigt ein kurzes Interview mit dem Direktor des schweizirischen Bundesamt für Umwelt, Bruno Oberle, für den die Emissionsverminderung im Zentrum steht.
Wer noch mehr über den Klimaschutz und die CO2-Problematik erfahren will, der sei verwiesen auf dieses Dossier vom Klimabuendnis.org, das noch einmal die ganze Geschichte seit der Nicht-Ratifizierung des Kyoto-Protokolles durch die USA nachzeichnet und sich in der Hauptsache mit dem CO2-Handel auseinandersetzt und auf die Seite von Germanwatch.org. Dort gibt es eine ausführliche Linkseite zum Klimagipfel in Nairobi. Unter anderem mit einem Link zum Kyoto-Protokoll (pdf) und weiteren interessanten Informationen.
Noch mehr Fragen und Antworten gibt es bei dropping knowledge. Eine interessante Plattform. Allerdings auf Englisch.