eee pc 900a
Je mehr wir zu Hause wurden, umso knapper wurden die Güter, vor allem der Zugriff auf und die Nutzbarkeit von Computern. Früher hatten wir einen Laptop und zwei Rechner, waren aber nur zu dritt. Da ging die Rechnung noch auf. Bei acht Leuten und drei Rechnern und besagtem Laptop kann man schon eine Liste führen und Schlange stehen. Oder Alternativen schaffen.
In diesem Fall habe ich mich als Versuchskaninchen zur Verfügung gestellt (hüstel) und bereit erklärt, mein Glück jenseits des Laptops zu versuchen. Und was liegt jenseits eines Laptops? Genau: ein Netbook. Aber die 7-Zoll-Modelle kamen alle nicht in Frage, der MSI hat mir nie so zugesagt und das Acer Aspire One schien ganz nett, aber es gab zu wenig Nutzer, von deren Erfahrungen man hätte lernen können. Das ist alles beim Asus eee pc anders. Da die 10-Zoll-Variante meine Preisvorstellungen erheblich überschritt musste ein 9-Zöller her. Und weil das mit dem Liefern des 901er (der ja gut getestet wurde) nicht so weit her ist, habe ich mich für den 900A entschieden. Das Wichtigste in Kürze: Intel Atom N270, 1,6 GHz, 1GB RAM, 8GB SSD und Linux.
Die Zeit drängte auch ein wenig, ich wollte ihn direkt mitnehmen zur 7th International Conference on Social Science Methodology in Neapel. Ein kleines Netbook, mit dem ich drahtlos ins Internet konnte, das wenig Platz in der Tasche einnahm (so viel wie ein Taschenbuch halt) — das klang viel versprechend.
Drei Tage vor der Konferenz kam es dann an. Schick ist es, und funktionieren tut es auch. An die kleine Tastatur habe ich mich wesentlich schneller gewöhnt, als ich dachte, und das, obwohl ich mit mindestens acht Fingern schreibe. Alle Funktionen liefen einwandfrei: Netzwerk über WiFi, Webcam, Audio, das System war stabil und hatte die nötigsten Programme. Andererseits hat das Xandros-System, das Asus da nutzt, auch erhebliche Nachteile. Software nachzuinstallieren ist beispielsweise schon schwieriger. Wenn man nur mal LaTeX nimmt (mit irgendwas muss man ja arbeiten . . .): die erforderlichen Rechte mussten erst über ein Terminal geholt werden, die Pakete konnten zwar mit Synaptics Paketmanager eingespielt werden, aber später konnte die Installation nicht genutzt werden. Egal, ob aus GUIs heraus oder über das Terminal, LaTeX war nicht ansprechbar. Und dann wurden auch noch die Änderungen in Programmeinstellungen nicht gespeichert, so dass nach jedem Neustart ich auch TeXMaker hätte neu konfigurieren müssen. Das war mir alles zu blöd.
Alles andere lief wie geschmiert: WiFi war kein Problem, Kontakt mit zu Hause zu halten auch von Neapel aus völlig einfach. Dennoch stand mein Entschluss fest: Super Gerät, falsches OS. Alternativen mussten her.
12. September 2008 um 12:42
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